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Tel.:+420 604 625 320 p. Božoň
Lokalisierung
Latrán Nr. 50, Minoritenkloster
Beschreibung des Objektes
Das Areal des Minoritenklosters ist durch ein Barocktor in der
Gasse Klášterní (Klostergasse) zugänglich, hinter der sich ein Hof,
genannt Tramín, befindet. Von dort sind alle Hauptteile des Areals
zugänglich - die Fronleichnamskirche, der größere Minoritenkonvent,
der im Süden angrenzende kleinere, sog. Nonnenkonvent und der
Klostergarten, den die Umfassungsmauer von der Gasse Pivovarská
(Brauereigasse), sowie der Renaissanceteil der Brauerei und eine
andere Mauer bis zum Kirchenchor begrenzen.
Die Kirche hat eine frühbarocke Giebelseite und ist mit einem geschnitzten Tor, zwei Nischen mit Heiligenstatuen und einem hohen Volutengiebel versehen. In der Innenansicht der Kirche sind barocke Umgestaltungen ausschlaggebend. Das Hauptschiff ist mit einem Tonnengewölbe mit Lünetten versehen, ebenso wie das Presbyterium, wo die Lünetten jedoch konvergent sind. Der hohe frühbarocke Altar trennt im Presbyterium den Obergeschoß-Mönchschor mit Orgel ab. In der westlichen Giebelseite ist eine zweite Empore mit Herrenoratorium eingesetzt und über eine gedeckte Treppe mit Arkaden von der Giebelseite des Konvents zugänglich. Das südliche Seitenschiff ist eine im Barock angeschlossene Hälfte eines ursprünglich gotischen zweischiffigen Kreuzganges und hat ein spätgotisches Netzgewölbe mit Rippen aus Formziegeln. Die an der Nordseite des Presbyteriums angeschlossene Sakristei ist mit zwei Feldern eines Rippenkreuzgewölbes eingewölbt. Das Mobiliar in der ganzen Kirche ist überwiegend barocken Ursprungs.
Der Kreuzgang ist von Tramín durch ein einfaches verputztes Portal zugänglich. In vollem Umfang ist er mit einem reichlichen Netzgewölbe eingewölbt, das von im Querschnitt halbkreisförmigen Stützen und an der Außenseite von Konsolen getragen wird. In der Trennungsmauer zur Kirche wurden durch Sonden Säulenschäfte des nördlichen, ursprünglich zweischiffigen Kreuzgangteiles abgedeckt. Der Raum ist durch vollständig erhaltene Fenster erhellt, die mit reichlichen spätgotischen Flamboyantmaßwerken versehen sind. An die Ostseite angrenzend befindet sich die Kapelle des Hl. Wolfgang, die mit einem einzigen Feld des Rippenkreuzgewölbes eingewölbt und mit einem fünfeckigen Presbyterium abgeschlossen ist. Das Interieur der Kapelle ist mit einer reichlichen barocken Malerausschmückung mit Szenen aus dem Leben des Hl. Wolfgang versehen. Das Presbyterium der Kirche ist mit der Empore der Kapelle durch einen gewölbten Gang verbunden, der im Obergeschoß des Konvents weiter zu den Mönchszellen führt.
Der Ostflügel des Kreuzganges ist ebenerdig. Über dem nördlichen Doppelschiff ist der Raum der Kapelle des Hl. Bartholomäus durch eine offene Arkade mit dem Interieur des Klosterkirchenschiffes verbunden. Über dem südlichen Flügel im Obergeschoß befinden sich mit flachen Decken versehene Räumlichkeiten der ehemaligen Bibliothek mit dekorativen Fabions.
Den Paradieshof nimmt die Barockkapelle Maria Einsiedeln ein. Ihr Schiff ist mit einem Netzgewölbe versehen, während das kleine Presbyterium mit einem Kreuzgewölbe gewölbt ist und um es herum führt ein schmaler Gang mit einer Treppe in den Raum über dem Altar, der über eine gewölbte Öffnung mit dem Schiff verbunden ist.
Die Südseite des Kreuzgangs ist in das Obergeschoß-Konventgebäude selbst eingesetzt. Der Eingangsraum wird von einem großen, mit Tonnengewölbe versehenen Raum gebildet, der über einen Stuckspiegel am Gewölbe verfügt. Vom Osten grenzt das Refektorium an, das ebenfalls mit fünfeckigen Lünetten über drei Fensteröffnungen eingewölbt ist.
Zwischen der Eingangshalle und der Südmauer der Kapelle des Hl. Wolfgang befinden sich mit Tonnengewölben versehene Räumlichkeiten der Klosterküche mit immer noch erkennbaren Resten einer ausgedehnten Rauchkammer. Im Erdgeschoß dominiert ein Gang mit Tonnengewölben, von dem einzelne, ebenfalls mit Tonnengewölben versehene Räume zugänglich sind und durch Fenster in der südlichen Umfassungsmauer des Konvents erhellt. Von diesem Gang sind auch zwei mit Tonnengewölben versehene Keller mit einem gotischen Portal in der Trennungsmauer zugänglich. Aus der Eingangshalle führt eine rechteckig gebrochene Treppe in das Obergeschoß. Hier im nördlichen Drittel der Anlage befindet sich ein mit Kreuzgewölben versehener Gang, und zwar über die Gesamtlänge des Gebäudes. Vom Süden grenzen daran insgesamt sieben gleiche Mönchszellen mit Troggewölben und andere Tonnengewölberäume über dem Refektorium an.
Der westlichen Gielbelseite des Konvents ist ein Turm vorgelagert. Sein Erdgeschoß ist über ein Portal mit einem gotischen, wahrscheinlich sekundären, Türsturz zugänglich. Im Obergeschoß befindet sich ein Raum mit Tonnengewölbe, der an den Gang bei den Zellen anknüpft. Der Turm ist mit einer Glockenstube abgeschlossen, die über gewölbte Jalousienfenster und einen Untergesimsfries mit Terrakottamaskaronen verfügt.
Der sogenannte Nonnenkonvent verfügt, was die Raumordnung betrifft, über eine ähnliche Lösung wie der Minoritenkonvent. Der Grund ist wiederum ein ursprünglich gotischer, mit frühbarocken Kreuzgewölben versehener Kreuzgang. Im Paradieshof befindet sich noch eine einfache Steinzisterne ( Brunnen und Tränken in der Stadt Český Krumlov). Der Südteil des Gebäudes ist wieder breiter und in Richtung Süden verläuft vom Hauptgebäude des Konvents ein kurzer einräumiger Obergeschoßflügel. Der zweite, längere Flügel geht in die östliche Richtung. Die Erdgeschoßräume dieses Flügels verfügen über neuzeitlich utilitär umgestaltete Flachdecken, ebenso im Obergeschoß.
Der Südflügel kann im Erdgeschoß ein Rest einer Kapelle sein, weil er mit einem breiten Gurt als eine Art gotischer Triumphbogen getrennt ist. Es ist hier auch ein Sattelportal erhalten. Dieser Gebäudeteil hat drei mit Tonnengewölben versehene Kellerräume. Bemerkenswert ist auch das gotische Stufenportal aus Ziegeln über der Kellertreppe, das andere Spitzportal im Keller ist aus Stein.
Im Südteil des Kreuzgangs ist eine gebrochene Holztreppe in das Obergeschoß, durch das ein großer Eingangsraum mit flachen Decken und Deckenstukkatur erreicht wird. Von dort sind alle Räume des ersten Geschosses zugänglich. Die Verteilung im Nord- und Ostflügel hat einen Trakt, im Westflügel dagegen zwei Trakte mit einem schmalen Gang an der Seite des Paradieshofes. Am kompliziertesten ist die Situation im Südflügel, was sich aus seinem Grundriß ergibt. Alle Räume verfügen über flache Decken, in der Mehrheit mit eingefallenen Deckenspiegeln aller Formen geschmückt, deren Verlauf in manchen Fällen eine sekundäre Trennung durch jüngere Querwände andeutet.
Die gegenwärtige Lösung
der Fassaden ist einigermaßen schroff, monochrom, unauffällig und
ausschlagebend sind vor allem die Folgen jahrelanger Verwahrlosung,
zusammen mit dem Zustand der Verputzschichten. Am auffallendsten
ist die Westfassade des Nonnenkonvents, die mit einer
Sgraffitti-Quadratur geschmückt ist. Die Südseite des
Minoritenkonvents deutet die Existenz älterer Schichten an, die
rot-weiß und grün-weiß ausgeführt waren. Im gesamten Areal sind
einigende Farbumgestaltungen mit Ockertektonik zu sehen. Unikat ist
der westliche Abschnitt der südlichen Mauer des
Kirchenpresbyteriums, der mit einem groben, wahrscheinlich
gotischen Verputz mit gekennzeichneter Quadratur bedeckt ist.
Die Dachbodenräume sind frei, nur auf dem Dachboden über dem Gebäude des Minoritenkonvents sind Spuren nach einem beseitigten Dachbodeneinbau barocken Ursprungs festzustellen (Verbindungsgang). Sehr bemerkenswert sind die Konstruktionen aller Dachstühle, die in der Mehrheit aus der Zeit der Spätgotik, Renaissance und des Barock stammen.
Im Klostergarten befindet sich ein Barockaltan mit gewölbten, sekundär ausgefüllten Fensteröffnungen und einem mit Schindeln gedeckten Mansardendach. Der einzige Innenraum verfügt über eine verputzte, kaschiert gewölbte Decke auf einer tragenden Ringkonstruktion aus Holz.
Bauhistorische Entwicklung
Der Ausbau des Klosters begann nach seiner Gründung genau in der
Mitte des 14. Jahrhunderts und ging wahrscheinlich sehr langsam
voran. Die Kirche entstand vielleicht bereits im 14. Jahrhundert,
der Mönchskreuzgang wurde jedoch erst anderthalbe Jahrhunderte nach
der Klostergründung, d. h. Ende des 15. Jahrhunderts beendet. 1491
wurde die Kapelle des Hl. Wolfgang geweiht. Von der ältesten
Bauphase ist die gotische die bestimmende. Im Nonnenkonvent deuten
manche Baudetails seinen Ursprung aus der zweiten Hälfte des 14.
Jahrhunderts an und es handelt sich wohl um einen Hof, den Anna von
Rosenberg im Jahre 1375 für die Bedürfnisse frommer Frauen
hinterließ. In der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts fing hier die
Tradition des
Festes des Zeigens der sterblichen Überreste in der Stadt Český
Krumlov an.
Eine weitere Phase von Bedeutung waren Umgestaltungen und ein neuer Ausbau im Stil des frühen Barocks, der in den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts aufgenommen und frühzeitig wegen Geldmangel unterbrochen wurde. Die Kirche wurde in der westlichen sowie östlichen Richtung erweitert und in den Jahren 1649 - 1681 eingewölbt. 1668 wurde das Kloster vom Feuer teilweise beschädigt, was weitere Baueingriffe verlangte. Diese wurden von Jakub de Maggi vorgenommen und sie dauerten bis Ende des 17. Jahrhunderts. Aus dieser Zeit stammt auch das Gewölbe des Nonnenkreuzganges. 1688 wurde im Paradieshof die Kapelle Maria Einsiedeln gebaut.
Im Raum von Tramín bestand seit dem Entstehen des Klosters ein Friedhof, wo noch im 17. Jahrhundert bestattet wurde. Es stand hier auch ein Beinhaus, das im 19. Jahrhundert niedergerissen wurde. ( Geschichte der Friedhöfe in der Stadt Český Krumlov).
Weststirnseite, Entwicklung der Fassade:
Nach den Sondierungsfunden und Archivunterlagen wurde der heutige
Kreuzgang auf dem Niveau des Erdgesechosses erst vor 1500 erbaut.
In derselben Bauphase entstand links von der Weststirnseite des
Kreuzgangs die Kapelle St. Bartholomäus mit zwei Spitzbogenfenstern
in der Westwand. Die grobe Putzoberfläche beider Stirnseiten mit
geglätteter Umrahmung der Öffnungen wurde mit einem ganzflächigen
roten Anstrich versehen. In der Zeit des Frühbarock wurde ein
repräsentatives Treppenhaus mit einem Eingang in die Kapelle St.
Bartholomäus auf dem Niveau des 1. Stocks neu gebaut. Die Wände der
Stirnseite des Kreuzgangs und der Kapelle wurden mit neu mit
Glattputz mit rotem Anstrich mit der Betonung der plastischen
Elemente durch graue Lasur verputzt /festgestellt durch
mikroanalytische Auswertung der Proben/.
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In der jüngeren Barockzeit ohne größere Umbauten erfolgte eine Farbenumgestaltung mit weiß-ockerfarbenem Anstrich. Im Jahr 1777 wurde der 1. Stock gebaut. Die Stirnseite des Obergeschosses, gegliedert durch Fensteröffnungen mit Bandchambranen, schloss ein Fabionhauptsims ab. Für das Krumauer Barockmilieu wurde ein verhältnismäßig ungewöhnlicher illusionischtischer Entwurf gewählt: an das ebenerdige ockerfarbene Gürtelbossenwerk knüpften senkrechte Gürtel eines ockerfarbenen Bossenwerks, getrennt durch eine schwarze Linie, zwischen den Fenstern. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stirnseite ohne weitere Umbauten mit einem grün-weißen Anstrich und später noch mit zwei ganzflächigen ockerfarbenen Anstrichen versehen.
Im Jahr 2000 erfolgte eine verhältnismäßig gefühlvolle Instandsetzung mit der Realisierung eines Kalkanstrichs. Die hellrosa-rote Farbkombination geht nicht von der historischen Fundsituation aus.
Turm, Entwicklung der Fassade:
Aus der Zeit des Mittelalters wurden außer einem kleinen
Sattelportal in der Südstirnseite /es ist nicht auszuschließen,
dass es um seine sekundäre Anbringung geht/ keine weiteren Funde
festgestellt. In der Renaissancezeit wurde der Turm in die heutige
Gestalt gebracht. Die Gliederung der Wände ging vom Kontrast der
Grundfläche mit groberer Oberfläche und sanft hervortretenden
geglätteten Gliederungselementen, d.h. Eckbossenwerk,
Fensterchambranen, Simse ohne nachweisbar festgestellte
Anstrichschicht aus.
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Der obere Teil des Turmes wurde auf allen vier Seiten mit insgesamt zwölf Terrakottamaskaronen der Löwenköpfe geschmückt. In der Barockzeit - nach partiellen Putzreparaturen - wurde der Turm mit grau-weißem und später weiß-grauem /nur fragmentarische Funde/ Anstrich versehen. An der Wände des 19. und 20. Jahrhunderts gewann das Objekt einen ocker-weißen Anstrich. Die Fassade wurde im Jahr 2001verhältnismäßig gefühlvoll instandgesetzt, mit der Präsentation des hellockerfarbenen ganzflächigen Kalkanstrichs.
Südstirnseite des Konvents, Entwicklung der
Fassade:
In der Zeit des Mittelalters und der Renaissance kam der Konvent
als ebenerdiges Objekt ohne eine nähere Bestimmung seiner
Oberflächengestaltung zur Geltung. In der Zeit des Frühbarocks
wurde der 1. Stock mit dem Abschluss durch ein plastisches
Hauptsims gebaut. Die geglättete Grundfläche wurde mit einem
plastischen Eckbossenwerk wechselnder Längen umrahmt.
Ursprüngliche Farbengestaltung: wei-rot-graue Farbgliederung, der graue Anstrich setzte sich außer der linearen Umrahmung der roten Chambranen und dem Eckbossenwerk in der Fläche der versenkten Putzspiegel mit ausgeschnittenen Ecken zwischen den Fenstern durch. Im Jahr 1724 wurde die Stirnseite im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Dachkonstruktion und des Hauptsimses mit einem weiß-ockerfarbenen Anstrich versehen.
In der Zeit des Klassizismus nach der fragmentarisch erfassten grau-weißen Farbigkeit wurde wahrscheinlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts die ganze Stirnseite mit einem ganzflächigen grünen Anstrich versehen. Zur Zeit kommt der ganzflächige ockerfarbene Anstrich aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Geltung.
Bedeutende architektonische Details
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Sagen, bemerkenswerte Informationen,
Sonstiges
Eines der bedeutendsten Denkmäler der Stadt, das bisher dem
Interesse sowohl der fachlichen als auch weniger informierten
Öffentlichkeit entgangen ist. Das Areal trägt Spuren einer
jahrelangen Vernachlässigung, die ihren Ursprung in chronischem
Finanzmangel wohl seit dem Anfang des Jahrhunderts hat. Nur das
Kircheninnere befindet sich in einem akzeptablen Zustand. Die
meisten Dachstühle und die daran anknüpfenden Decken, deren
Reparatur gerade vorgenommen wird, sind ernsthaft beschädigt. Die
historischen Verputzschichten befinden sich an der Grenze des
Verfalls. Die absichtliche kommunistische Devastation nach dem
Aufheben des Klosters im Jahre 1950 führte dazu, daß das gesamte
Mobiliar verloren gegangen oder total vernichtet worden ist. Die
ohnehin unzulängliche Infrastruktur des Areals hat ihre Lebensdauer
überschritten und ist ganz funktionsunfähig. Eine fachliche
Wiederherstellung des Areals und eine funktionsangemessene
Ausnutzung verlangen allmähliche Investitionen, die sich in
Hundertmillionen bewegen.
Gegenwärtige Nutzung
Kloster des Ritterordens der Kreuzherren mit dem roten Stern. Die
Kirche dient zu Gottesdiensten und es werden hier gelegentlich
Konzerte veranstaltet. Der Rest des Areals kann wegen dem
schlechten baulichen Zustand überhaupt nicht ausgenutzt werden.
(ms)