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Jan Antonín Zinner

(geboren 1708 in Wien, gestorben 1763 in Český Krumlov) Rokokobildhauer

St.-Georgs-Kapelle auf dem Schloss Český Krumlov, Interieur, foto:  Libor Sváček Student der Wiener Akademie, an der er im Jahre 1731 den ersten Preis gewann. In den Jahren 1732 - 1737 arbeitete er in den Diensten der Grafen von Questenberg an der Gestaltung des Barockschlossgartens in Jaroměřice nad Rokytnou. Am 29. 4. 1745 erhielt er einen Preis für einige seiner Statuen, die er für die Gärten des Schwarzenberger Palastes in Wien schuf.

Im Jahre 1745 übernahm er alle Stuckateur- und Bildhauerarbeiten für die neu gebaute Reitschule in Český Krumlov, weiter einen Vertrag für die Bildung eines Epitaphiums aus schwarzem Marmor für Fürstin Maria Eleonora zu Schwarzenberg in der Kapelle St. Johann von Nepomuk in der Kirche St. Veit in Český Krumlov und für die Bildung des steinernen Altars des hl. Wenzels in der Schlosskapelle in Třeboň. Im Jahre 1747 ging er laut Beschluss des Fürsten Josef Adam zu Schwarzenberg nach Český Krumlov, um die Statuen des hl. Anton von Padua und des hl. Wenzel zu schaffen, die 1764 auf der Mantelbrücke angebracht wurden. Er führte Aufsicht über die Arbeiten bei der Reparatur des Teichs im Schlossgarten und arbeitete als Steinbildhauer an Umbauten des Krumauer Schlosses.

Im Jahre 1749 wurde er zum Krumauer Garteninspektor ernannt. In dieser Funktion führte er Aufsicht über die Bauarbeiten im Schlossgarten und weiter führte er ohne Anspruch auf eine Entlohnung alle notwendigen Arbeiten in Stein und Holz durch (z. B. ein hölzernes Modell der St.-Georgs-Statue von der Schlosskapelle u. ä...). Er war dem fürstlichen Baudirektor Andreas Altomonte untergeordnet.

J. A. Zinner entwarf die Bildhauerausschmückung der Kaskadenfontäne. Die Bildung der darauf angebrachten Statuen und Vasen ist ein gemeinsames Werk von J. A. Zinner und dem Budweiser Bildhauer Josef Matthias Griessler.

Im Jahre 1750 leitete er nach den Plänen von Andreas Altomonte die Arbeiten am Umbau der Krumauer Schlosskapelle St. Georg und er schuf ein Modell, nach dem Matthias André die über dem Hauptaltar in dieser Kapelle angebrachte Stuckstatue des hl. Georg zu Pferd fertigte. Im Jahre 1754 fertigte er für die abgebrannte Kirche in Volary den Hauptaltar mit allegorischen Statuen des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung.

Im Jahre 1756 schuf er in Český Krumlov die Statue des hl. Felix von Cantalice für die Mantelbrücke. In derselben Zeit arbeitete er an der Statue des hl. Josef, die auf der Brücke über den Bärengraben angebracht wurde.

Für die Stirnseite der Kirche in Postoloprty, die nach Altomontes Projekt gebaut wurde, verfertigte er hölzerne Modelle der monumentalen St.-Peter- und St.-Paul- Statuen.

(jo, zf)

Weitere informationen:
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Geschichte der Bildhauerei in der Stadt Český Krumlov
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