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Elektrische Bahn Rybník - Lipno

Technische und historische Grundangaben:

Länge: 22,7 km
Spurweite: 1 435 mm
Maximales Gefälle: 30 Promille (= 3 Prozent)
Speisesystem: ursprünglich: 1 200 V ss
nach der Rekonstruktion: 1 500 V ss
Inbetriebnahme: 17. 12. 1911
Rekonstruktion: 1951 - 56

Elektrische Bahn Rybník - Lipno, Zuggarnitur in der Station Geschichte:
Zum Aufbau der elektrischen Bahn führte der Bedarf, das Holz zu befördern, das sich in den umliegenden Wäldern in genügender Menge befand. Das Holz wurde seit jeher auf den Flüssen befördert, aber das Bett von der Vltava (Moldau) mit gewaltigen Felsblöcken war im Abschnitt unter der Teufelswand für das Flößen des Scheitholzes nicht geeignet. Das erste Projekt für den Aufbau der elektrischen Bahn, die diesen Mangel umgehen sollte, legte schon im Jahre 1893 František Křižík vor. Damals wurde es als unrealistisch abgelehnt.

Zum Bau kam es erst später und so wurde die Bahn Rybník - Lipno, ursprünglich unter dem Namen "Elektrische Lokalbahn von Vyšší Brod" am 17. 12. 1911 in Betrieb genommen, als die letzte Lokalbahn, gebaut auf unserem Gebiet. Die Aktionäre waren der Prior des Klosters in Vyšší Brod, der die umfangreichen Wälder in der Umgebung bewirtschaftete, und der Besitzer der Papierfabrik in Loučovice. Der Bau dauerte nicht das ganze Jahr.

Die Eisenbahn wurde ursprünglich aus ihrem eigenen Kraftwerk in Horní Mlýn bei Herbertov gespeist, das der Klosterbesitz war. Hier wurde die Francis - Turbine installiert, die zwei Dynamos mit der Leistung von 100 kW bei einer Spannung von 1280 V angetrieben hat. Beim Mangel an Wasser in der Vltava kam die Dampfmaschine zum Einsatz, die den Dynamo mit der Leistung von 125 kW angetrieben hat. Außerdem befand sich im Kraftwerk die Speicherbaterie für die Ausgleichung mit der Kapazität von 148 Ah. Die Stromleitung einfacher Aufhängung wurde auf hölzernen Masten angebracht. Die gesamte elektrische Einrichtung der Bahn hat die Firma Siemens - Schuckert geliefert.

Elektrische Bahn Rybník - Lipno, Waggon zur Personenbeförderung

In den Jahren 1951 bis 1956 wurde die Bahn im Zusammenhang mit dem Bau der Lipno-Talsperre modernisiert. Auf dem Abschnitt Loučovice - Lipno wurde die Strecke geändert, sodaß die Strecke heute auf dem linken Ufer der Vltava endet. Die hölzernen Masten wurden durch Stahlmasten ersetzt, das Versorgungssystem wurde auf 1500 V verändert und es wurden neue Versorgungsstationen in Rybník und Vyšší Brod errichtet, wo später auch die neue Lokomotivremise aufgebaut wurde.

(mk)

Weitere Informationen:
Geschichte des Eisenbahnverkehrs in der Region von Český Krumlov
Das Elektrizitätswerk in Vyšší Brod