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Burg Rožmberk nad Vltavou

Adresse:
Burg Rožmberk
382 18 Rožmberk nad Vltavou

Angebot von Diensten:

  1. historische Besichtigung der Burg
  2. Galerie der gegenwärtigen Kunst
  3. Galerie für die Ausstellungen aus den Depositenfonds
  4. Geschäft mit Souvenirs, das Informationszentrum für den örtlichen Touristenverkehr, Kunstmetallerzeugnisse, Landkarten, Werbungsmaterial
  5. Vermittlung der Dienste im Ort (Unterkunft, Verpflegung, Zelten, Bootsvermietung, Reiten usw.)
  6. Vermietung einer Schulungsräumlichkeit für 26 Teilnehmer, Stilausstatung, Video-Anlage, TV, Flip chart, Overhead-Projektor, Möglichkeit des kalten Buffets, Sicherung von Verpflegung
  7. festliche Eßlage (Raute) im Zeitraum von Mai bis September im Interieur der Burg, analogisch Konzerte für geschlossene Gruppen, Fechtervorführungen auf dem Burghof
  8. schnelle Erfrischung in der Galerie unter den Bildern
  9. für die ernsten Interessenten eine verlängerte Besichtigung mit der fachmännischen Erklärung einschließlich der Filmprojektion über die Region Český Krumlov

Lokalisierung:
Die Burg Rožmberk befindet sich 20 km südlich von Český Krumlov entfernt, auf einem länglichen Felsenvorsprung über dem Fluß Vltava (Moldau).

Ursprung der Benennung:
Die Burg wurde nach der fünfblättrigen Rose genannt, die deren Gründer Wok von Prčice im Wappen hatte. Der deutsche Name Rosenberg (rosige Burg) wurde in die Form Rožmberk tschechisiert.

Beschreibung des Objektes:
Die Burg Rožmberk besteht aus den Überresten der Oberen Burg, gegründet im 13. Jahrhundert, an die nur der gotische Turm Jakobínka erinnert, und aus der jüngeren Unteren Burg, aufgebaut im 14. Jahrhundert und später im 16., 17. und 19. Jahrhundert hergerichtet. Im Laufe des 19. Jahrhunderts kam es auch zum Aufbau von neuen wirtschaftlichen Gebäuden und Wohngebäuden, situiert ungefähr an der Stelle der ursprünglichen Oberen Burg.

 

Die Untere Burg, für die Besucher zugänglich, ist von einem zweistöckigen Gebäude einer unregelmäßigen Gestaltung mit einem länglichen geschlossenen Burghof gebildet. Auf der südlichen Seite befindet sich der ursprüngliche Palast, die nördliche Seite wird von der langen Kreuzrittergalerie gebildet, auf der östlichen Eintrittsseite befindet sich ein Quertrakt mit dem pyramidenartigen Turm im nordöstlichen Burghof. Das ganze Objekt schließt der enge westliche Flügel mit einem hohen prismatoidischen Turm, beendet mit den neugotischen Zinnen, der die Dominante der ganzen Burg bildet. Die äußeren und auch inneren Fassaden sind ungegliedert, mit der Sgraffitodekoration bedeckt. Den Zugang zur Burg ermöglicht aus der östlichen Seite eine Brücke über den tiefen Graben.

 

Bauhistorische Entwicklung:
Der Bau der Oberen Burg wurde vor der Mitte des 13. Jahrhunderts eröffnet. Diese Burg bestand aus dem Turm, angebracht auf der höchsten Stelle des Felsenvorsprungs, und aus dem Palast, umgeben mit den Burgmauern und dem Graben. Bis zur Gegenwart wurde nur der Turm erhalten, genannt Jakobínka, mit einem kreisförmigen Grundriß und beendet mit den Kragsteinen, die ursprünglich die Wehrgänge unterstützt haben. Das Dach wurde mit der Mauerdeckung ersetzt. In den dreißiger Jahren des 14. Jahrhunderts, unter Heinrich III. von Rosenberg, kam es zum Aufbau der Unteren Burg, deren Gestalt in Grundrissen bis zur Gegenwart erhalten wurde. Im Jahre 1522 ist die Obere Burg abgebrannt und danach ist man zu ihrer Erneuerung nicht mehr gekommen. Im Jahre 1556 kam es zu den Renaissance-Herrichtungen der Unteren Burg. Ihre Fassaden wurden mit Sgraffito bedeckt und Veränderungen hat auch die innere Burggestaltung erfahren. Es entstand auch der Renaissanceaufbau bei den Burgmauern, auf dessen Ende ein Tor, führend in die Stadt, aufgebaut wurde. Im Jahre 1600 erwarb die Burg Rožmberk Jan Zrinský ze Serynu, der Neffe von Peter Wok von Rosenberg. Der neue Besitzer ließ großzügige Herrichtungen der Interieure im Stil des Manierismus durchführen. Berühmt ist vor allem die malerische Ausschmückung des Rittersaales und der Musiknische (Geschichte der Malerei in der Region Český Krumlov). Aus der gotischen Burg entstand ein neuer representativer Renaissancesitz. Zu den weiteren bedeutenden Herrichtungen kam erst in den Jahren 1840 - 1857 unter Jan Jiří Buquoy, der unter dem Einfluß von Romantismus aus der Burg Rožmberk ein Herkunftsmuseum der Grafen von Buquoy gebildet hat, das im neugotischen Stil gebildet wurde. In dieser Zeit entstand auch die Kreuzrittergalerie und die neuen Eintrittstreppen und Interieure wurden mit historisierten Möbeln eingerichtet. Die Untere Burg diente seit dieser Zeit nur für die Repräsentationszwecke und zum Wohnen wurde ein neu gebautes Gebäude mit dem wirtschaftlichen Hintergrund und dem englischen Park bestimmt, situiert ungefähr an der Stelle der ursprünglichen Oberen Burg.

Bedeutende architektonische Details:

  • die gemalte Kasettendecke im Rittersaal
  • die malerische Ausschmückung im Stil des Manierismus im Rittersaal, in der Musiknische und in der Burgkapell

    
 

Geschichte der Bewohner der Burg:
Die Burg Rožmberk wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts durch den Angehörigen der mächtigen Herkunft der Witigonen, Wok von Prčice gegründet, der sich danach, nach seinem Sitz, Wok von Rosenberg zu schreiben begann. In der Vorburg entstand bald auch das Untertanenstädchen. Die Burg wurde das wirtschaftliche Zentrum und das Verwaltungszentrum der Herrschaft, deren Teil Wok von Rosenberg an das neu gegründete Zisterzienserkloster in Vyšší Brod geschenkt hat. Nach dem Aussterben des zweiten Zweiges der Witigonen, der Herren von Krumau, erbten die Nachkommen von Wok im Jahre 1302 Český Krumlov und haben sich dort dauerhaft niedergelassen. Im Jahre 1420 wurde Ulrich II. von Rosenberg (1403-1462) gezwungen, die Burg den österreichischen Herren von Walsee zu verpfänden, um die Finanzmittel gegen die Hussiten zu bekommen. Die Burg Rožmberk wurde zwar später ausbezahlt, aber schon im Jahre 1465 ist sie in die Verpfändung der Herkunft von Lobkowitz geraten. Auch in diesem Falle kam es jedoch wieder zu deren Auszahlung. Im Jahre 1600 übergab Peter Wok von Rosenberg die Burg mit der Herrschaft seinem Neffen Johann Zrinyi von Seryn (1565-1612), der sie bis zu seinem vorzeitigen Tod im Jahre 1612 im Besitz hatte. Den Besitz erbten die Švamberkové (Schwanberger), die Verwandten der Herren von Rosenberg. Die haben jedoch die Burg bald verloren, denn sie ihnen bald nach der Schlacht auf dem Weißen Berg konfisziert wurde und dem Kommandanten des Kaiserheers Karel Bonaventura Buquoy geschenkt wurde. Im Besitz dieser Herkunft, deren Hauptresidenz Nové Hrady war, blieb die Burg Rožmberk bis zum Jahre 1945, wo sie den Buquoyen im Rahmen der Nachkriegskonfiskationen abgenommen und verstaatlicht wurde.

 
 

In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Burg für die Öffentlichkeit als eines der ersten Museen im Böhmen zugänglich gemacht. Die Rosenberger Tradition, die an den Gründer der Burg erinnert, ist mit der Sgraffito-Renaissancedekoration der äußeren Fassaden mit den herrlichen Gemäldedekorationen der Interieure (vor allem durch die berühmte "Musiknische" im sog. Rittersaal) repräsentiert. Die Tradition von Buquoyen feiert dann die Geschichte und die Verdienste der Herkunft, welche die Burg bis zum Jahre 1945 im Besitz hatte. Weder das Aussehen noch die Einrichtung der Burg hat sich seit den Zeiten, wo der romantische Umbau durchgeführt wurde, praktisch nicht geändert. Die Interieure, meistens neugotisch eingerichtet, sind mit seltenen Möbelstücken ausgestattet, von denen einige durch die extra Holzschnitzereien direkt für die Bedürfnisse des Museums hergestellt wurden. Die Schloßgemäldegalerie enthält einige wertvolle Bilder der böhmischen und europäischen Spätrenaissance und des Barocks. Die Waffenkammer ist eine unikate Kollektion der Feuerwaffen und der kalten Waffen, der Rüstungen und der Kriegsreliquien. Die Rosenberger Erbschaft behütet bis heute die geheimnisvolle Perchta von Rosenberg - Weiße Frau, deren Bild in einer der Kammer hängt.

 

Legenden und Erzählen:
Wie auf anderen Burgen und Schlössern, die den Rosenbergern gehörten, erscheint auch auf der Burg Rožmberk die Weiße Frau, die in den Nächten durch die Burg spaziert und nach der Farbe ihres Kleides gibt sie die sich nähernden Ereignisse bekannt. Das schwarze Kleid bedeutet tragische Ereignisse, im Gegenteil die weiße Farbe bringt gute Neuigkeiten. Zuletzt wurde die Weiße Frau in der Zeit des II. Weltkriegs bemerkt, wo sie durch ihre Anwesenheit die Unstimmigkeit mit der nazistischen Flagge, angebracht auf dem Turm, äußerte. Das Vorbild der Weißen Frau ist Perchta von Rosenberg (1429-1476), die Tochter des Ulrichs II. von Rosenberg, die sich in der unglücklichen Ehe zu Tode gegrämt hat. (Sage von der Weißen Frau)

Gegenwärtige Nutzung:
Die Burg Rožmberk nad Vltavou, die sich heute in der Verwaltung des Instituts für Denkmalpflege České Budějovice befindet, ist für die Besucher zugänglich. Sie können hier die historisierten Interieure besichtigen, den Renaissance-Rittersaal und die wertvollen Sammlungen von Bildern und der Gebrauchskunst. Außer der Besichtigunsstrecke können die Interessenten auch die Ausstellungen, die in der Burgräumlichkeiten veranstaltet werden, besuchen.

(zp)

Weitere Informationen:
Burggraf der Burg Rožmberk