Lokalisierung :
Die Nr.184, das sog. Spital, steht am westlichen Ende der sich in der ursprünglichen Bebauung im Wirtschaftsteil des Schlosses befindlichen Häuserreihe der ehemaligen Vorburg, heute der I. Schloßhof des Schlosses Český Krumlov, neben einer schmalen, zur Burg führenden Gasse.

I. Schlosshof des Schlosses Český Krumlov, Ansicht der Objekte Nr. 184 und 195, 2000, Foto: Pavel Slavko

Objektbeschreibung :
Das Objekt hat zwei unterschiedliche Teile, einen einstöckigen westlichen und einen östlichen mit Erdgeschoß. Die Teile waren ursprünglich vom Betrieb her selbständig. Der westliche Teil ragt weiter nach hinten und hat ein falsches Mansarddach, das kleinere Gebäude hat ein einfaches Satteldach.

Bauhistorische Entwicklung :
Der älteste Teil des Gebäudes ist wohl die gotische Befestigungsmauer, die sich noch in der Nordfront befindet. An die Mauer wurde spätestens 1600 ein ebenerdiges Objekt im Umfang des Westflügels angebaut. Nach den bis heute erhaltenen Plänen des Baumeisters Fortini wurde das bis heute bestehende Obergeschoß 1731 aufgebaut. Ein weiterer bedeutender Umbau im Barockstil erfolgte nach dem Brand 1774. Im klassizistischen Stil wurde dann der östliche Teil angebaut.

, Foto: Pavel Slavko

Bedeutende architektonische Details :
Sehenswert sind das Portal und die Bänderchambranen der Fenster im Obergeschoß des westlichen Flügels.

Geschichte der Bewohner :
Im 18. Jahrhundert wurde dieses Objekt alte Tischlerei genannt. Die Benennung bezieht sich auf die Jahre 1560-1640, als hier ein Tischler und später bis zum Anfang des Jahrhunderts ein anderer Herrendiener wohnte. Am 23.12.1774 ist unter der Tischlerei im Schloß Nr. 65 - Bierbrauerei ein Brand ausgebrochen, der auch das beschriebene Objekt vernichtet hat. Im Jahre 1775 wurde das Haus unter der Führung des Bauinspektors von Reisinger restauriert. Seit der Zeit war im Obergeschoß ein Spital und im Erdgeschoß eine Wohnung und die Werkstätte des Hoftischlers. Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Tischlerei stillgelegt und 1862 hat der Baumeister Aulitzky im Erdgeschoß die Wohnung für den Hofwassermeister (Fachmann für Wasserleitungen) und im Obergeschoß zwei Toiletten für die Herrschaft im Spital umgebaut. Zu Beginn des Jahrhunderts wurde das Krankenhaus verlegt und an dessen Stelle Wohnungen errichtet.

Schloss Nr. 184, Halbganzes, 2000, Foto: Zdena Flašková

Heutige Nutzung :
Wohnungen und Atelier der akademischen Malerin (Kunstmalerin) Hana Hölzel-Čeledová.

(ds)