Lokalisierung :
Das Haus der herrschaftlichen Beamten, Burggrafschaft genannt, steht an der höchsten Stelle des ansteigend verlaufenden I. Schloßhofes des Schlosses Český Krumlov, links neben der Schloßtreppe.

Schloss Nr. 58, Alte Burggrafschaft, Stirnseite vom I. Hof des Schlosses Český Krumlov

Objektbeschreibung :
Es handelt sich um ein einstöckiges, teilweise mit zweistöckigen Kellern unterkellertes Objekt. Es ist in zwei Flügel gegliedert.

Bauhistorische Entwicklung :
Das Haus hat einen unregelmäßigen Grundriß und sichtbare Elemente aus Gotik, Renaissance und Barock. Das Erdgeschoß hat bis heute seine Renaissancegestalt erhalten, und zwar vor allem die Gewölbe und die ursprüngliche zweiläufige Treppe. Im Obergeschoß sieht man schon Spuren der neuzeitlichen Umbauten aus dem 19. und 20. Jahrhundert, wie etwa die tiefer gesetzten Decken und die geänderte Disposition der Innenräume. Im Ost-West orientierten Flügel blieb der Renaissancedachstuhl gotischen Typs erhalten. An der westlichen Seite ist der Verbindungsgang aus dem Schloß angeschlossen, der zum Minoritenkloster führte. Der Nordflügel hat einen jüngeren, im barocken und klassizistischen Stil erbauten Dachstuhl. Die Keller aus der Gotik und Renaissance sind sehr tief, sie reichen bis zu 620 cm unter das Niveau des umliegenden Terrains.

Bedeutende architektonische Details :
Ein bedeutendes architektonisches Element ist das gotische Fenster im Obergeschoß hinter der Umfassungsmauer, das den gotischen Ursprung des Gebäudes beweist. Hier steht auch die bereits erwähnte Renaissancetreppe mit Jochen von Kreuzgratgewölben im Erdgeschoß, im Mezzanin und im Obergeschoß mit einem Quertonnengewölbe mit Stichkappen.

Der hintere Trakt des Objektes Schloss Nr. 58

Geschichte der Hausbewohner :
Die Geschichte des Hauses reicht wahrscheinlich bis ins 15. Jahrhundert zurück, die erste schriftliche Erwähnung stammt erst aus dem Jahre 1600, als es als Haus des Speicherschreibers aufgeführt wurde. Im Jahre 1624 diente das Haus schon mehreren Personen als Wohnung. Es lebten hier der Burggraf zusammen mit dem Wald-, Renten- und Waisenschreiber. Auf diese Weise wurde es wahrscheinlich bis zum 18. Jahrhundert genutzt, als man es "das Haus des fürstlichen Burggrafen" nannte. Ab dem Ende des 18. Jahrhunderts wohnte hier mit ihm zusammen auch der Steuereintreiber.

Heutige Nutzung :
Zur Zeit gibt es im Haus Mietwohnungen.

(ds)