In den Raum des V. Schloßhofes kommen wir aus den Gebäuden der Oberen Burg über die sog. Mantelbrücke. Es geht um ein mutiges und wirkungsvolles Werk. Der gedeckte dreigeschossige Gang steht auf mächtigen Pfeilern, die in den Obergeschossen gewölbt sind. Der ursprüngliche Steg mit der Fallbrücke über dem im Mittelalter ausgebrochenen Graben wurde in den Bauetappen in den Jahren 1686, 1707, 1748 und 1765 durch einen gemauerten Gang ersetzt. Der Gang im Untergeschoß verbindet den Maskensaal mit dem Schloßtheater. Durch den Verbindungsgang im Obergeschoß der Brücke kann man bis in den Schloßgarten kommen.

Der sog. Verbindungsgang - der Abschnitt, der vom sog. Renaissancehaus und vom Schlosstheater auf dem V. Hof des Schlosses Český Krumlov in zwei Stockwerken oberhalb der Mantelbrücke führt, ein historisches Foto

Der V. Schloßhof, wo ursprünglich Fortifikationsbauten oder Wirtschaftsgebäude standen, veränderte sein Aussehen im Jahre 1681, als hier das Theatergebäude errichtet wurde. Die das Terrain ausgleichenden Steinterrassen und die Schanzen ermöglichten die Bauexpansion in westlicher Richtung. Fürst Johann Christian von Eggenberg ließ hier im Jahre 1684 ein Theatergebäude erbauen, das 1766 umgebaut wurde. Das Schloßbarocktheater ist, mit den Worten des großen Freundes und Bewunderers dieses Theaters, Universitätsprofessors Peter Peřina gesagt: ".... das strahlendste Juwel in der Theaterkrone der historischen Erbschaft dieses Planeten ...." Es repräsentiert eine hochentwickelte Barockszene und in der Gesamtheit der ursprünglichen Ausstattung blieb hier ein Exemplar der durchdachten Barockszene erhalten, die, was Stil und Technik betrifft, auf einem sehr guten Niveau war. Der ursprüngliche Theaterfonds blieb sowohl in gegenständlichen Realien - wie z. B. Zuschauerraum, Bühne, Bühnentechnik, Kulissen, Kostüme, Beleuchtungstechnik, Requisiten - als auch in einer reichen Archivdokumentation des Repertoires erhalten.

Ansicht des V. Hofes des Schlosses Český Krumlov, 2000, Foto: Lubor Mrázek

Ein untrennbarer Bestandteil des Theaters ist das sog. Renaissancehaus (Schloß Nr. 177 - das sog. Renaissancehaus), dessen westliche Umfassungsmauer ein Rest der mittelalterlichen Fortifikation ist. Die heutige Disposition des Gebäudes, minimal im Umfang des Erdgeschosses, wurde wahrscheinlich nach einem Projekt des Baumeisters Antonín Vlach um das Jahr 1570 gebaut. 1765 wurde der erste Stock umgebaut, der Dachstuhl wurde gleichzeitig mit dem Gang der Mantelbrücke umgebaut und die Fassade wurde mit dem Schloßtheater vereinigt. Das eiserne Tor mit der Pförtnerei (Schloß Nr. 60 - Pförtnerei) schließt den 5. Schloßhof des Schloßareals ab, weitere Bauten befinden sich im Raum des Schloßgartens. Der Weg rechts führt zu dem Teil des Gartens, der Sommerreitschule genannt wird und in Vergangenheit als Raum für das Sommertraining der Pferde und Reiter diente. In der unmittelbaren Nähe der Sommerreitschule wurde um das Jahr 1745 nach einem Entwurf von Andreas Altomonte die klassische Winterreitschule gebaut. Die Autoren der reichen Stuckverzierung sind Jan Antonín Zinner und der Stukkateur Matthias André.

Schloss Český Krumlov, V. Schlosshof, Foto: Zdena Flašková

Weitere Informationen :
Grundrißdisposition des Schlosses Český Krumlov

(mh)