Als im Frühling 1602 Peter Wok von Rosenberg definitiv das Krumauer Schloß verließ, das er im Herbst des vorangegangenen Jahres Rudolf II. von Habsburg verkauft hatte, nahm er das meiste der wertvollen Interieureinrichtung mit. Man kann nicht sagen, daß hinter ihm die nackten Wände der Rosenberger Renaissanceresidenz zurückblieben, aber die erhaltenen Schloßinventare informieren uns darüber, daß dort nicht viel Mobiliar blieb. Die neuen Besitzer aus dem Hause der Habsburger hielten sich verständlicherweise in Český Krumlov nicht ständig auf. Eine längere Zeit wohnte hier nur Rudolfs unehelicher Sohn Don Julio de Austria. In den ersten zwanzig Jahren des 17. Jahrhunderts wurde im Krumauer Schloß keine größere Bauaktivität verzeichnet.

Friedrich Bernard Werner, Vedute von Český Krumlov, Mitte des 18. Jahrhunderts

Diese Feststellung bezieht sich jedoch nicht auf das ganze Schloßareal. Nachdem der böhmische Ständeaufstand und dann der dreißigjährige Krieg ausgebrochen waren, kam es zum schnellen Aufbau der mächtigen Wehrmauer und Schanzen gleich neben den Schloßgebäuden. Die Befestigung sollte die Kaisergarnison vor eventuellen Angriffen der Ständetruppen schützen. In den Jahren 1618 - 1619 wurden gleichzeitig die Schanzen und Bollwerke hinter der oberen Burg und der Mantelbrücke sowie auf dem I. Schloßhof errichtet. Die Schanzen und die Wehrmauer an der Mantelbrücke wurden im 18. Jahrhundert bei verschiedenen Bauaktivitäten an dieser Stelle stark erniedrigt bzw. abgerissen. Die Schanzen und die Wehrmauer an dem I. Schloßhof blieben bis heute erhalten, und als Siegel der Zeit tragen sie das Wappen des Kommandanten der Kaisergarnison Ferdinand Carrati von Carrara. Im Zusammenhang mit dem Bau des Wehrsystems wurde in den Jahren 1618 - 1619 der heute nicht mehr existierende Brunnen in der oberen Burg in den sog. Wenzels-Kellern gereinigt, und es wurde ein Brunnen auf dem ersten Schloßhof an der ehemaligen Schloßbrauerei auf dem Tummelplatz errichtet.

Ende 1622 ging die Krumauer Herrschaft mit allem Zubehör in die Hände von Johann Ulrich von Eggenberg über. Die Eggenberger blieben Besitzer des Krumauer Schlosses für drei Generationen. Weder Johann Ulrich von Eggenberg noch sein Sohn Johann Anton I. von Eggenberg hielten sich im Schloß lange auf. An dem Aussehen des Schlosses waren sie nicht so sehr interessiert, um etwas bedeutend zu verändern oder nach den Zeiterfordernissen zu verbessern. Ein sichtbares Andenken an Johann Anton von Eggenberg und seine Ehefrau Anna Marie von Brandenburg sind die Schilde mit dem Eggenberger und dem Brandenburg-Hohenzollern-Wappen über dem Eintrittstor in den II. Schloßhof und über dem Eingang in den Gang, der den II. und III. Hof des Schlosses Český Krumlov verbindet. Sie stammen aus dem Jahre 1646.

Zu einer wirklichen Eggenberger Residenz wurde das Krumauer Schloß erst nach dem Jahre 1664, als sich der Güterverwaltung Johann Christian I. von Eggenberg annahm. Die 70er Jahre des 17. Jahrhunderts waren zwar mit einer Bauaktivität in den Schloßräumen verbunden, es wurden aber nur Teilumbauten und Rekonstruktionen gemacht, und es kam zu Veränderungen in der Nutzung der Räume. Zu großen Baueingriffen, infolge derer sich nicht nur manche innere Räume, sondern auch die Schloßsilhouette veränderten, kam es erst in den 80er Jahren des 17. Jahrhunderts. Ende 1682 hat Johann Christian von Eggenberg mit dem Baumeister Jakub Antonín de Maggi einen Vertrag über die Durchführung umfangreicher Bauarbeiten im oberen Schloß abgeschlossen. Jakub Maggi war der Hofbaumeister von Johann Adolf I. zu Schwarzenberg und seines Sohnes und Nachfolgers Ferdinand. Da Johann Christian I. von Eggenberg Marie Ernestine von Eggenberg, geborene zu Schwarzenberg, heiratete, wurde de Maggi wahrscheinlich für den Baumeister der breiteren Familie gehalten. De Maggi wohnte damals in Hluboká nad Vltavou, von wo er ins schwarzenbergische Třeboň fuhr, um den Gebäudenzustand zu beaufsichtigen, und ins Eggenberger Český Krumlov, um die Bauarbeiten zu leiten.

Die umfangreiche Bauaktivität, die damals im ganzen südlichen Teil der Krumauer oberen Burg verlaufen ist, kann man genau datieren und ziemlich gut verfolgen. Die durch de Maggi geleiteten Bauarbeiten begannen am Ende des Jahres 1682 und haben sich bis 1687 hingezogen. Zuerst verlief die Destruktionsetappe, deren Ergebnis die Abtragung des mächtigen gotischen Quadratturmes am IV. Schloßhof bis zum Niveau des zweiten Stockwerkes der anliegenden Gebäude war. Es blieb danach der untere Teil der Wendeltreppe. Der zweiten großen Abtragung fielen die Wendeltreppe in der südwestlichen Ecke des III. Schloßhofes, das Pelikanzimmer und zwei Kammern im ersten Stock neben der Schloßkapelle und ein Kaiserzimmer mit Kammer neben dem Oratorium der Schloßkapelle im zweiten Stock zum Opfer.

In den Raum hinter der Wendeltreppe, dem Pelikanzimmer und dem Kaiserzimmer wurde eine neue breite Haupttreppe eingebaut, die ihrem Zweck bis heute dient. Im Zusammenhang mit deren Aufbau veränderte sich auch die Raumsituation im Erdgeschoß. Die Eingangshalle vor der Treppe entstand hier an der Stelle des ehemaligen "kleinen Bades", und dort, wo die Tür stand, wurde ein neues gewölbtes Eingangstor, elf und ein Viertel Fuß hoch und sechs Fuß breit (356 cm und 190 cm) eingebaut. Rechts von der neuen Eingangshalle war die Eggenberger Münze, deren ursprünglicher Eingang aus "dem kleinen Bad" vermauert worden war. Infolge der neuen Situation mußte in die Münze ein neuer Eingang durchgebrochen werden, und dazu wurde die Treppe zugebaut. Das gewölbte Zimmer der ehemaligen Eggenberger Münze, die hier bis zum Jahre 1688 arbeitete, dient heute als Depositar der Schloßtextilien.

Im ersten Stockwerk ermöglichte die neue Treppe den Eingang in den Wappengang der ehemaligen Wappenstube und in das sog. alte Frauenzimmer, aus dem später der Speisesaal für höhere Fürstenbeamten wurde. Im zweiten Stock mündete die Treppe in Wohnräume, die sich für ihr Appartement die Fürstin Marie Ernestine von Eggenberggewählt hat. Die Zimmer der Fürstin, das heutige sog. Schwarzenberger Barockappartement, wurden in den 80er Jahren des 17. Jahrhunderts einer umfangreichen Rekonstruktion unterzogen. Die Räume wurden höher, der alte Verputz mit Resten der gemalten Ausschmückung ("Zimmer, wo vier Evangelisten gemalt waren") wurde völlig beseitigt und mit einem neuen Verputz in den Bereichen unter der Decke und an der Decke durch Stuckverputz ersetzt. Das erste Zimmer des Barockappartements - Antecamera - entstand aus dem ehemaligen zweiten Renaissancekaiserzimmer. Der daneben gelegene Speisesaal wurde damals um einen Balkon erweitert, der mit Steinplatten ausgelegt wurde und dessen Geländer mit 16 kleinen Steinsäulen verziert wurde. Das heutige Baldachinzimmer wurde in der Zeit von Marie Ernestine "das grüne Zimmer" genannt, was in der farbigen Schattierung des Interieurs den Ursprung hatte.

Von bedeutenden Veränderungen wurde auch die unmittelbare Umgebung des Schlafzimmers der Fürstin betroffen. Im westlichen Flügel des hinteren Schloßhofes lag der ehemalige "Dachstuhl über dem Grünen Zimmer", ein geräumiger Raum, der teilweise als Lager und teilweise als Speicher genutzt wurde und längsgeteilt war. Auf der Seite zum Schloßgarten hin entstand so eine ganz neue Schloßbildergalerie. Auf der Seite zum Schloßhof wurden einige Räume für das Frauenzimmer der Fürstin errichtet. In Richtung des damaligen Dachstuhls wurde zum Schlafzimmer der Fürstin eine kleine private Kapelle zugebaut. Damit die Kammerfrauen und Dienstmägde die Ruhe im Schlafzimmer der Fürstin beim Durchgehen aus den Frauenzimmern nicht störten, wurde in der südwestlichen Schloßhofecke ein kleiner Balkon errichtet, der den äußeren Zugang aus dem Frauenzimmer in das heutige Baldachinzimmer ermöglichte. Der Balkon steht bis heute, aber die Tür zum Baldachinzimmer ist vermauert.

Der zweite Stock des Nordflügels am IV. Schloßhof Český Krumlov wurde erst in den 90er Jahren des 17. Jahrhunderts umgebaut. Der Zweck dieses Umbaus war, die Höhe dieses Flügels dem Niveau des Süd- und Westflügels anzugleichen. Die drei dortigen erhöhten und umgebauten Zimmer wurden dem Frauenzimmer zur Verfügung gestellt.

Die Bauarbeiten haben sogar die St. Georgs-Schloßkapelle nicht verschont. In der Höhe des zweiten Stockwerkes wurde ein außenliegender Holzgang errichtet, der von dem rekonstruierten Eckfenster des Ganges vor den ehemaligen Rosenberger Frauenzimmern zum rekonstruierten Fenster des Ganges vor dem Oratorium führte. Beim Einsetzen der Gangträger in die äußeren Wände wurde die gemalte Ausschmückung beschädigt. Der Gang wurde ungefähr sechzig Jahre benutzt. An der Wende der 50er zu den 60er Jahren des 17. Jahrhunderts erhielt die Schloßkapelle einen neuen Barockhauptaltar.

Dem Nord- und Ostflügel des III. Schloßhofes Český Krumlov blieben damals Baueingriffe erspart. Die Rosenberger Wappenstube im Nordflügel wurde in den Spiegelsaal umgewandelt. Die Zimmer der letzten Rosenberger und ihrer Gemahlinnen im Ostflügel erfuhren keine wesentlichen Veränderungen.

Die Bauaktivität in den 80er Jahren des 17. Jahrhunderts überstieg den Rahmen der Eggenberger Wohnräume in der oberen Burg. In westlicher Richtung, an der Stelle "Auf dem Mantel" genannt, wurde damals das erste Schloßtheater in Český Krumlov gebaut. Wahrscheinlich stehen seine Fundamente auf einem Teil der Bastei aus den Jahren 1618 - 1619, und es wurde an die Festungsmauer angebaut. Der teilweise aus Stein und teilweise aus Holz gebaute Sitz der Thalia wurde mit dem Schloß durch einen Holzverbindungsgang verbunden, der von dem Hirschensaal - heute Maskensaal - ausging. Im Jahre 1706 wurde über diesem Gang ein anderer Gang errichtet, der in der neuen Schloßbildergalerie begann und hinter dem Theater in den Schloßgarten in Český Krumlovmündete. Zu Beginn der 90er Jahre des 17. Jahrhunderts wurde im Schloßgarten das Lustschloß Bellarie gebaut. Sein Interieur verzierte der Stukkateur Michael Bianco. Außer anderen Zierelementen sollten an der Decke die Namen der Fürstin und des Fürsten stehen. Wahrscheinlich ging es um die Initialen ME und IC (Marie Ernestine und Johann Christian), die den Initialen an der Decke des Baldachinzimmers ähnlich sind.

Die freie Südseite des II. Schloßhofes über dem Fluß Vltava nahm das Gebäude der Münze ein (Schloß Nr. 59 - Münze). Mit dem Bau wurde schon in den 80er Jahren des 17. Jahrhunderts unter der Leitung von Jakub de Maggi begonnen. Er wurde kurz nach dem Jahre 1700 beendet. Münzen wurden dort aber nie geprägt. Im Jahre 1702 wurde nämlich ein kaiserliches Gesetz erlassen, das verbot, kleine Münzen zu prägen. Johann Christian I. von Eggenberg prägte damals nur Groschen (Dreikreuzer), die in die Kategorie der kleinen Münzen gehörten. Die Eggenberger Münze, genauer gesagt die geplante Münze, hatte nach der Fertigstellung auf der Schloßhofseite nur ein Erdgeschoß. Über dem Fluß hatte und hat sie zwei unterirdische Stockwerke.

Nach dem Tod von Marie Ernestine von Eggenberg im Jahre 1719 ging Český Krumlov zusammen mit den anderen böhmischen eggenbergischen Gütern in den Besitz der Schwarzenberger über. Das erste Mitglied dieses Geschlechtes, das das Krumauer Schloß besaß, war Adam Franz zu Schwarzenberg. Von seinen Absichten und Bemühungen, das Milieu der neuen Residenz zu verschönern und gemütlicher zu machen, wurde nicht viel verwirklicht. Mit der Rekonstruktion des Appartements der Fürstin Eleonora Amalia zu Schwarzenberg, die sich in den Zimmern der Marie Ernestine von Eggenberg niedergelassen hatte, und des Appartements des Fürsten Adam Franz zu Schwarzenberg im zweiten Stock des Nord- und Ostflügels des hinteren Schloßhofes wurde der Baumeister Paul Ignaz Bayer beauftragt. Nach den Wünschen seines Arbeitgebers konzentrierte sich Bayer auf den Austausch der Öfen und Kamine in den Wohnzimmern des Fürsten und der Fürstin. Es blieben einige seiner eigenhändigen Ofenskizzen erhalten. In den 20er Jahren des 18. Jahrhunderts wurden unter Bayers Leitung einige Fenster- und Türöffnungen in den oben genannten Räumen rekonstruiert.

Kurz nach der Inbesitznahme der neuen Domäne und des Schlosses ließ Adam Franz zu Schwarzenberg aus Hluboká nad Vltavou nach Český Krumlov seine Schwarzenberger Garde verlegen. Die Mitglieder der Garde ließ er in der Eggenberger Münze unterbringen, so daß die Räume dem neuen Zweck angepaßt werden mußten. Nach dem Brand im Jahre 1728 wurde dieses Gebäude unter der Leitung des Baumeisters Martinelli rekonstruiert und um einen Stock erhöht.

Alle anderen Bauaktivitäten von Adam Franz zu Schwarzenberg unterbrach sein unerwarteter Tod im Jahre 1732 (Die kaiserliche Jagd). Erst nach einer bestimmten Zeit setzte sie sein Sohn Joseph Adam zu Schwarzenberg fort. Die Bautätigkeit im Krumauer Schloß unter Joseph Adam kann man nicht ausschließlich als Barockumbauten bezeichnen, denn sie wurde auch von den Anfängen des Rokoko beeinflußt.

Das erste Ergebnis der Bauaktivitäten des Fürsten Joseph Adam war die neue Winterschloßreitschule (Schloß Nr. 178 - Schloßreitschule) am Fuß des Schloßgartens. Ihr Aussehen beeinflußten einige Künstler. Der Baumeister war František Fortini, der seine Werke mit "Fortin" unterzeichnete. Die Entwürfe mancher architektonischen Elemente und Steinverzierungen stammten von Andreas Altomonte. Schöpfer der Steinmetzarbeiten und Statuen war Jan Antonín Zinner. Der Bau der Reitschule dauerte von 1743 bis 1746. Die Wände der Reitschule waren seit 1748 mit den Reiterportraits von Joseph Adam von Schwarzenberg und seiner Ehefrau Maria Theresia von Liechtenstein und mit Werken der Maler Martin Meytense (Figuren) und Jan Křtitel Canton (Pferde) ausgeschmückt.

Vor dem Eingang der Brücke am Bärengraben war damals ein Tor. Sein Aussehen und seine Lage war Adam Franz zu Schwarzenberg ein Dorn im Auge, er schaffte es jedoch nicht, es zu verändern. Erst Joseph Adam zu Schwarzenberg ließ das Tor im Jahre 1743 abreißen. Der erweiterte Zugang zu der Brücke wurde dann hergerichtet und mit Terrakottaschilden mit den Wappen von Joseph Adam zu Schwarzenberg und seiner Frau Maria Theresia von Liechtenstein verziert. Die Brücke über den Bärengraben war damals noch aus Holz. Eine neue Steinbrücke wurde in den Jahren 1756 - 1760 gebaut.

Das Ende 40er Jahre des 18. Jahrhunderts stand im Zeichen der Umbauten der Wohnbereiche des Schlosses. Joseph Adam zu Schwarzenberg war wahrscheinlich der Meinung, daß für festliche Angelegenheiten ein großer Saal völlig reichen würde. Die Saalbenennung wurde von einigen Dutzenden Trophäengeweihen abgeleitet, die seine Wände geschmückt haben. Die Umgestaltung der ehemaligen Rosenberger Grünen Stube in den Hirschensaal verlief in der Eggenberger Ära des Krumauer Saales. Im Jahre 1747 wurde der Hirschensaal umgebaut und im Jahre 1748 mit Malereien von Josef Lederer ausgeschmückt. Dieser nicht näher bekannte Künstler benutzte für seine Arbeit Themen aus dem Theatermilieu, weswegen dieser Raum "Maskensaal" genannt wurde. An der Stelle der vermauerten Tür zu den Fürstenzimmern befindet sich ein großer Spiegel, und weitere 13 schmale lange Spiegel und 13 kleine runde Spiegel sind an den Wänden.

In der gleichen Zeit (in den Jahren 1747 - 1748) wurde auf Anordnung des Fürsten der Spiegelsaal liquidiert, die ehemalige Rosenberger Wappenstube im Nordflügel des vorderen Schloßhofes der oberen Burg. Dieser Raum, 22 m lang, nur 9 m breit, wurde in zwei Stockwerke geteilt, in denen dann einige Wohnräume für höhere Fürstenbeamten errichtet wurden.

Das Gefühl des Mangels an Privaträumen für die zahlreichen Mitglieder der Fürstenfamilie führte dann am Ende der 40er Jahre des 18. Jahrhunderts zu dem Entschluß, zwischen den ersten und zweiten Stock des Südflügels des hinteren Schloßhofes ein Zwischengeschoß mit sechs Zimmern für die Fürstentöchter einzubauen. In diesen Zimmern blieben bis heute manche ursprünglichen Teile der Ausschmückung erhalten.

In den 50er Jahren des 18. Jahrhunderts konzentrierte sich die Bauaktivität des herrschenden Fürsten auf den Schloßgarten. Im Mittelteil des Gartens wurde die Kaskadenfontäne mit reichen Verzierungen durch Plastiken gebaut. Den Promenadenweg säumte an dieser Stelle eine kleine Ziermauer mit einer Reihe von Steinvasen. Das alles war das Verdienst des Bildhauers Matthias Griessler, der nach den Entwürfen von Andreas Altomonte arbeitete. In der gleichen Zeit wurde im Rokokostil das Lustschloß Bellarie umgebaut. Mit seiner Innenausschmückung wurde der Maler František Jakub Prokyš beauftragt.

In den ersten Jahren des fünften Jahrzehntes des 18. Jahrhunderts wurde auf dem V. Schloßhof des Schlosses Český Krumlov neben dem Schloßtheater ein Gebäude im Spätbarockstil erbaut. Dieses geräumige Haus enthielt im Erdgeschoß ein altes Renaissanceobjekt, einen neuen Stall für Reitpferde und im ersten Stock zwei neue Wohnungen (Schloß Nr. 177 - das sog. Renaissancehaus).

In den 50er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde der kleine Dachreiter an einer anderen Stelle ganz umgebaut. In der großen St. Georgs-Schloßkapelle verschwand damals das gotische Gewölbe, das jedoch in der kleinen Nebenkapelle bis heute blieb. Der Durchgang zwischen den beiden Kapellen wurde vermauert und in die Mauer gegenüber dem Presbyterium der St. Georgs-Kapelle wurde ein neuer Eingang eingelassen, eine Treppe wurde errichtet, die den Höhenunterschied zwischen dem Fußboden der Kapelle und dem Haupttreppenabsatz ausglich. Das Niveau des Fußbodens der Kapelle wurde um 2 Fuß (63,2 cm) abgesenkt, wobei die Felsensohle beseitigt werden mußte. Auch die anliegenden Oratorien wurden umgebaut. Die Eggenberger Pawlatschen, die den zweiten Stock des Ostschloßflügels mit dem Oratorium verbanden, wurden beseitigt und durch einen kleinen inneren Gang ersetzt. Die kleine gotische Kapelle, die seit der Zeit Wilhelms von Rosenberg als Sakristei diente, verlor diese Funktion. Die neue Sakristei wurde in den Gang gleich neben der großen Kapelle eingebaut, wo sie bis zur 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts blieb. Die Wände und die Decke der Schloßkapelle wurden mit der Stukkatur des Wiener Meisters Matthias André verziert. Derselbe Künstler hat auch einen neuen Altar mit einer Gipsfigur von St. Georg auf dem Pferd geschaffen.

Die letzten Bauaktivitäten von Joseph Adam zu Schwarzenberg hingen mit dem Bemühen zusammen, die Krumauer Schloßresidenz bei den Hochzeitsfestlichkeiten des Erbprinzen Johann Nepomuk zu Schwarzenberg. würdevoll zu präsentieren. In der Mitte der 60er Jahre des 18. Jahrhunderts wurde das Schloßtheater umgebaut, das seitdem deutliche Rokokospuren trug. Für kleinere Feste war der Saal im ersten Stock des Nordflügels des hinteren Schloßhofes der oberen Burg bestimmt. Der einstige Rosenberger Palast, später der Eggenberger Goldene Saal, wurde umgebaut und in den neuen Spiegelsaal umgewandelt (Historie des Spiegelsaals). Seine Wände schmückten mit Rokokomalereien die Wiener Hofmaler Leo Märkl und Hans Wetschl aus, die kurz davor die Mauern, Kulissen und den Vorhang im Schloßtheater bemalt haben. Das Gebäude des neu rekonstruierten Schloßtheaters auf dem V. Schloßhof erforderte aus ästhetischen Gründen den Umbau der Mantelbrücke, um dem westlichen Ausläufer des Krumauer Schlosses einen einheitlichen Ausdruck zu verleihen. Das Aussehen des Schlosses aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts blieb bis heute unverändert.

(ak)

Weitere Informationen :
Das Schloß Český Krumlov in der Barockzeit