Český Krumlov, Schloss Nr. 6 - Orangerie Lokalisierung :
Die Nr. 61 befindet sich auf einer Anhöhe, die westlich der Gebäude des V. Schloßhofes des Schlosses Český Krumlov liegt. Sie ist Bestandteil des Areals des Versorgungsgartens (des ehemaligen Küchengartens Na plášti), in dessen nordwestlicher Ecke sie sich befindet.

Objektbeschreibung :
Der ausgedehnte Bau in etwa rechteckiger Form schließt mit seiner längeren Seite an den Weg an, der das Schloß mit dem gegenwärtigen Haupteingang in den Schloßgarten an der Kreuzung der Gassen K zámecké zahradě und Důlní verbindet.

Das Gebäude enthält drei verschiedene Teile: der westliche ebenerdige (Orangerie), der mittlere einstöckige (Haus des Schloßgärtners) - beide von gleicher Tiefenausdehnung - und weiter der Torso des unteren Teiles des Gewächshauses im Osten.

Die Orangerie ist ein Doppeltraktgebäude mit Pultdach. Der nördliche gemauerte Trakt ist durch Fenster in die Gasse geöffnet. Er ist zugänglich durch drei selbständige Eingänge mit Steinlaibung. Die Fassade ist glatt, die Fensteröffnungen sind umrahmt von gemalten Chambranen. Der südliche Trakt der Orangerie hat eine Holzbalkenkonstruktion. Der größte Teil der südlichen Fassade ist verglast, der kleinere Teil und der mächtige Voutensims sind mit Brettern bedeckt.

Das Haus des Schloßgärtners ist ein gemauertes einstöckiges Gebäude mit Walmdach, gedeckt mit Schindeln. Es gibt zwei Eingänge ins Haus - von der Seite der Gasse und vom Inneren der Versorgungsgärtnerei her. Beide haben Steinlaibung mit Bänderchambranen aus Stuck. Die Fassade ist glatt mit je drei Fensterachsen an der nördlichen, östlichen und südlichen Seite. Die westliche Wand ist blind - sie liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Orangerie.

Schloss Český Krumlov, Vorratsgärtnerei, im Hindergrund Orangerie, Foto: Zdena Flašková

Bauhistorische Entwicklung :
Der Kern der Objekte stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Jahre 1752 wurde ein ausgedehntes zweiflächiges Gewächshaus gebaut - die Orangerie - mit einer Länge von fast 59 Metern und einer Breite von 7,5 Metern, ein Treibhaus und einen Ananasanbau beinhaltend. Zwischen diese beiden Betriebsteile wurde ein ebenerdiges Häuschen für den Gärtner mit Satteldach eingebaut, das durch das Pultdach der Orangerie hindurchstieß. Von der ursprünglichen Ausstattung des Hauses sind bis heute die Balkendecken in seinem nördlichen Trakt erhalten. Wohl in derselben Zeit wurde der lange angrenzende ebenerdige Trakt für das Gärtnereipersonal errichtet. In der darauffolgenden Zeit erfuhr das Objekt einige Umbauten. Der alte Ananasanbau wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch für das Ziehen von Blumen und Weinreben ausgebaut.

Schloss Nr. 61 - Orangerie, Interieur

Vor dem Jahr 1819 wurde das Haus des Schloßgärtners um ein Stockwerk erhöht. In derselben Zeit wurde auch der südliche Trakt dieses Objekts, der ursprünglich Produktionsfunktion hatte - als Bestandteil der Orangerie -, als Wohnung ausgebaut. Im Jahr 1844 wurden in der Orangerie neue Heizungskanäle errichtet, abgedeckt von Gußeisenplatten, und das alte Gewächshaus wurde umgebaut. Nach dem Jahr 1850 kam es zum sukzessiven Verfall des Gebäudekomplexes. Handgeschriebene Anmerkungen auf einem Plan aus dem Jahr 1879 stellen den Entwurf für das Abtragen eines großen Teiles der Orangerie dar - später kam es wirklich dazu.

Der Verfallsprozeß des Objektes Nr. 61 wurde erst durch die umfangreiche Reparatur zwischen den Jahren 1987 - 1992 eingestellt.

Bestandteil der Rekonstruktionen war auch der Fertigbau der Orangerie im ursprünglichen Umfang.

Heutige Nutzung :
In der heutigen Zeit wird das Objekt zu Wohnzwecken und als Betriebsräume der Schloßgärtnerei genutzt.

(jo)