Festung Tichá (1)
Die höchstgelegene flussaufwärts der Malše (eigentlich schon an der Tichá) und am weitesten von Český Krumlov entfernte (37 km) Festung ist Tichá. Sie erreichen sie über die Straße Nr. 157 in Richtung Kaplice. Im Juni 2022 eröffnete ein großzügiger Umbau einen großen Turm mit Fernblick auf den Böhmerwald und den höchsten Gipfel des Novohradské hory Kamenec. Der Turm ist u.a. mit einem funktionstüchtigen mittelalterlichen Kachelofen und einem Aborterker ausgestattet. Einzigartig sind die erhaltenen Schlosskeller aus der Zeit der Festungsgründung, d.h. aus der Zeit um 1280.
Schloss Sokolčí (2)
Die Ruinen der Burg Sokolčí, die 30 km von Krumlov entfernt auf einem hohen Felsvorsprung über dem Fluss Černá, einem rechten Nebenfluss der Malše, liegt, sind frei zugänglich. Obwohl nur noch wenige Reste der Burgmauern erhalten sind, ist der Ort wegen seiner romantischen Lage und der besonderen beruhigenden Atmosphäre auf jeden Fall einen Besuch wert. Er ist auch bei Kletterern beliebt, denn in der senkrechten und recht hohen Felswand sind mehrere Kletterrouten markiert. Erwähnenswert ist auch die steinerne Staumauer der ältesten funktionstüchtigen Talsperre Südböhmens, der Talsperre Soběnov, die 1925 fertiggestellt wurde. Die Talsperre ist nur wenige hundert Meter vom Schloss entfernt.
Schloss Louzek (3)
Weniger als 23 km von Krumlov entfernt befinden sich die Überreste der Burg Louzek. Sie erreichen sie zu Fuß von Kaplice aus über den blau markierten Wanderweg (6,8 km) oder über den gelben Weg von Bujanov aus (5 km). Alternativ können Sie Ihr Auto auf dem Parkplatz an der E55 hinter Skoronice abstellen, von wo aus es nur eine Viertelstunde Fußweg zur Burg ist. Die Burg wurde um die Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert am linken Ufer des Flusses Malše erbaut und erstmals 1421 in einem Brief von Oldřich von Rožmberk schriftlich erwähnt, aber schon 1541 wurde sie als Ruine geführt. Die Reste des quadratischen Turms und die Mauern des angrenzenden Palastes sind bis heute erhalten geblieben.
Schloss Pořešín (4)
Die Burg Pořešín, ebenfalls am linken Ufer des Flusses Malše, nördlich von Kaplice und 19 km südöstlich von Český Krumlov, ist wesentlich besser erhalten. Bis vor etwa 10 Jahren war die Burg eine hoffnungslos überwucherte Ruine mitten im Wald, doch dank den Bemühungen von Enthusiasten und Freiwilligen hat sie eine unglaubliche Verwandlung in ihre heutige Form erfahren. Außerdem gibt es ein Burgmuseum mit einer Ausstellung von mittelalterlichen Waffen und Kleidungsstücken sowie archäologischen Ausgrabungen auf dem Burggelände. Die Burg wurde wahrscheinlich Ende des 13. Jahrhunderts von den Bajuwaren aus Strakonice gegründet und wurde 1312 erstmals schriftlich erwähnt. Der letzte Besitzer war Oldřich von Rožmberk, der die Burg abreißen ließ, weil er befürchtete, dass sie in die Hände der Hussiten fallen könnte.
Burg Velešín (5)
Die letzte Burg (flussabwärts von Malše) und östlich von Krumlov (15,5 km) ist die Burg Velešín, die heute oberhalb des Stausees Římov liegt. Am besten fährt man bis zum Dorf Sedlce und folgt von dort aus dem blauen Weg zur Burg. Von der Burg ist nicht viel erhalten geblieben, nämlich nur kleine Teile der Mauern und Überreste der Befestigungsanlagen im Gelände. Dennoch ist Velešín eine der ältesten steinernen Königsburgen in der Tschechischen Republik - sie wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts von Přemysl Otakar II. gegründet. Anmerkung: Bei der Besichtigung der Burg ist zu beachten, dass sich die Ruine in der Schutzzone eines Trinkwasserreservoirs befindet.