Entdecken Sie die Barockperlen von Český Krumlov

Das Labyrinth aus schmalen, geheimnisvollen, mittelalterlichen Gassen, stolzen Häusern aus der Renaissance und dem Barock, altehrwürdigen Klöstern und erhabenen Gotteshäusern, das die Mäander der Moldau zu einem atemberaubenden Ambiente fassen, wird von einem einzigartigen Schlosskomplex gekrönt. Und dort hat die Epoche des Barocks Schätze hinterlassen, die man anderswo nur schwer vorfindet. Wie beispielsweise eines der am besten erhaltenen Barocktheater der Welt, das unverkennbare Wahrzeichen in Form der Mantelbrücke und den barocken Schlossgarten, der als Fortsetzung der Theaterbühne in die Natur angelegt wurde.

Johann Christian von Eggenberg ließ im Schloss, vielleicht um seiner kunstliebenden Gemahlin einen Gefallen zu tun, ein Theater errichten. Bis dahin fanden die Theateraufführungen im Maskensaal statt, doch ab 1686 bekam die Thalia (eine der antiken Musen) ihren eigenen Tempel. Kurz darauf begann der Bau der Mantelbrücke, um den Maskensaal mit dem Schlosstheater und die Gemäldegalerie mit dem Garten zu verbinden.

1.

Renaissance- und Barock-Appartements – Besichtigungsrundgang I.

Der Rundgang „Renaissance- und Barock-Appartements“ (Standard-Rundgang I.) durch das Staatliche Schloss- und Burganlage Český Krumlov bietet die Besichtigung der originalen historischen Innenräume aus der Renaissance und dem Barock. Bestandteil dieses Rundgangs sind auch die Schlosskapelle des hl. Georg, den Eggenberg-Saal mit der „goldenen“ Kutsche und der berühmte Maskensaal aus dem Rokoko.

2.

Burgmuseum

Das Burgmuseum im Burg- und Schlossgelände Český Krumlov gehört zum ältesten erhaltenen Teil der hiesigen Residenz. Vorgestellt werden Exponate aus den Schlosssammlungen sowie die wichtigsten Ereignisse aus der Geschichte der Rosenberger, Eggenberger und Schwarzenberger, in deren Besitz sich die Herrschaft einst befand.

3.

Mantelbrücke

Die auf Rundpfeilern errichtete Mantelbrücke, die aus zwei offenen Durchgängen und zwei darüber liegenden geschlossenen Stockwerken besteht, gehört ebenfalls zu den hiesigen Barockperlen. Die Heiligenstatuen, die das steinerne Geländer zieren, verleihen den Besuchern ein erhabenes Gefühl. Doch am attraktivsten ist die Mantelbrücke beim Blick von außen. Die Brücke erstreckt sich in atemberaubende Höhen und die drei aus Pfeilern bestehenden Stockwerke hinterlassen einen imposanten Eindruck. Und die beiden darüberliegenden überdachten Stockwerke scheinen bis in den Himmel zu reichen.

4.

Barocktheater

Das Barocktheater zu betreten heißt, eine Zeitreise zu unternehmen. Das historische Gebäude ist komplett erhalten geblieben, wobei auch der Orchestergraben, die Bühne, die Bühnenmaschinerie, Hunderte von Kostümen und Dekorationen sowie Beleuchtungskörper alles Originale sind. Und dank der fachgerechten Rekonstruktion erstrahlt all das in neuem Glanz. Was Besuchern ein authentisches Erlebnis vermittelt. Zum barocken Erbe gehört auch das Musikliteratur-Archiv, das natürlich intensiv erforscht wird. In diesem Theater einer Opernaufführung beiwohnen zu dürfen, ist ein Erlebnis, das seinesgleichen sucht.

5.

Spaziergang durch den Barockgarten

Der Barockgarten, der ganz im Stil des Barocks an sich schon eine Art Theaterbühne mit optischen Eindrücken, Effekten, Durchsichten und verstecken Symbolen war, vervollständigt ehrwürdig die drei Barockperlen des Schlossareals. In den vergangenen Jahrzehnten erhielt der Garten seinen barocken Charme zurück. Mit drei Terrassen und wunderschönem, kaskadenförmig angelegtem Springbrunnen, den Statuen von Wassergottheiten, Nymphen und Tieren umgeben. Doch die eigentlichen Highlights sind das spätbarocke Lustschloss Bellaria mit zweiläufiger gewendelter Treppe, barocker Küche und Sala terrena und der eher unauffällige, jedoch umso schöner gearbeitete  Rokokopavillon, der einst als Musikpavillon diente.

Johann Christian und seine Gemahlin Maria Ernestine gingen einst vom Maskensaal über die Mantelbrücke, wo sie kurz innehielten und sich die Lichter der Stadt ansahen, bis in ihre Loge im Schlosstheater, um von dort einen späten Spaziergang durch die malerisch beleuchteten Gärten zu unternehmen, während ihre Schritte vom Sprudeln des Springbrunnens und den leisen Klängen der Corelli-Sonate aus dem Musikpavillon untermalt wurden. Und in genau dieses Gefühl können Sie als Besucher bei einer der gut konzipierten Führungen oder einer der vielen Veranstaltungen eintauchen.

6.

Lustschloss Bellarie

Das Lustschloss Bellarie im Schlossgarten ließ Ende des 17. Jahrhunderts im Stil des Frühbarocks Fürst Johann Christian von Eggenberg errichten. Sein heutiges Aussehen erhielt der Bau Mitte des 18. Jahrhunderts unter der Herrschaft des Herzogs Josef Adam von Schwarzenberg. Die Umbauarbeiten unter der Leitung des Baumeisters Andrea Altomonte erfolgten im Stil des Rokoko.

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