Abseits der Touristenpfade: der ruhigere Sommer in Český Krumlov

Hornobransky-Teich in Český Krumlov

Český Krumlov ist berühmt für seine Renaissance-Atmosphäre und reiche Geschichte – doch jenseits des belebten Zentrums zeigt sich eine ruhigere, authentischere Seite der Stadt. Abseits der Hauptstraßen entdeckt man stille Gassen, versteckte Winkel und Ausblicke, die vor allem Einheimischen vertraut sind. Wer das langsamere Tempo, echte Atmosphäre und weniger bekannte Orte sucht, begegnet hier eher Nachbarn als Selfie-Sticks.

Horní Brána

Dieses Stadtviertel mit überwiegend Häusern aus der Zwischenkriegszeit bietet eine angenehme Ruheoase. Seinen Namen hat es vom gleichnamigen Stadttor, das bis 1839 Teil der Stadtbefestigung war. Von hier aus können Sie auf den Kreuzberg spazieren und die Aussicht auf Stadt und Umgebung genießen. Beliebt bei Einheimischen ist auch der Hornobranský-Teich, mit Bademöglichkeiten, Spielplatz und Volleyballfeld. Für eine kleine Stärkung lohnt sich ein Abstercher zur Buňka, einem sommerlichen Caravan-Bistro mit handgemachtem Eis, Desserts, Limonaden, Kaffee und Snacks.

Plešivec

Vom Zentrum aus führt der Weg über die Plešivec-Treppe hinauf zum Viertel Plešivec. Der Name bedeutet „kahler Hügel“ – hier trifft alte Bebauung mit niedrigen Häusern am Fluss auf ein Plattenbauviertel aus den 1970er Jahren. Genießen Sie den Ausblick auf Schloss und Altstadt von einem Aussichtspunkt nahe dem Plešivec-Platz. Für Kaffee und eine leckere Cremrolle lohnt sich ein Stopp im Kafírna. Auf dem Rückweg ins Zentrum empfehlen sich ein Spaziergang durch den Rosengarten, vorbei an der Synagoge und entlang der Linecká-Straße.

Stadtpark und Schiele-Haus

Nur wenige Minuten weiter liegt der Stadtpark am linken Flussufer, schattig und ruhig, mit Spielplatz und Flusszugang. Vom Park aus gelangen Sie zum Schiele-Garten-Haus, in dem der österreichische Maler Egon Schiele 1911 lebte und viele seiner berühmten, von Krumau inspirierten Werke schuf. Im Sommer können die Räume besichtigt werden, und ein kleines Café im Erdgeschoss lädt zum Verweilen auf den Terrassen ein. Die Wiese davor eignet sich perfekt zum Entspannen oder Baden.

Vyšný und Vyšenské Hügel

Wer Natur sucht, geht zu den Vyšenské-Hügeln. Das Naturschutzgebiet bietet einen rund 2 km langen Lehrpfad mit schönen Ausblicken auf Krumau. Vyšný liegt etwa 2,5 km nordwestlich des Zentrums und ist zu Fuß oder mit dem Auto erreichbar. Eine nette Pause bietet der Spielplatz mit dem Bistro U Pepy, das freitags bis sonntags internationale Snacks und Süßes serviert.

Kvítkův Dvůr

Entlang oder durch den Schlossgarten führt ein Spaziergang zu Kvítkův Dvůr, einem ehemaligen Gutshof aus dem 13. Jahrhundert. Heute befindet sich der Kvítkův Dvůr in Privatbesitz, aber Besucher können die Innenräume besichtigen, die mit der einzigartigen Rokokoausstattung von František Jakub Prokyš versehen sind. Nur 600 Meter westlich des Schlossgartens gelegen, ist dieser ruhige Ort noch ein Geheimtipp. Auf dem Rückweg lohnt ein Stopp im Café der Schlossreithalle, wo Sie Kaffee, kleine Snacks oder ein lokales Krumlov-Bier genießen können.

Havraní-Fels mit Klettersteig

Nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt, hinter dem Gelände der ehemaligen Brauerei, erhebt sich ein Felsen über der Moldau, der bei Klettersteig-Fans sehr beliebt ist. Auf den Gipfel führen drei gesicherte Routen, eine davon ist auch für Anfänger und Kinder geeignet. Von oben eröffnet sich ein ungewöhnlicher Blick auf die Stadt und den mäandernden Fluss. Nach dem Abstieg können Sie sich im originellen Bistro Garáž stärken, das vor allem für seine hervorragenden Pelmeni bekannt ist. Das Bistro dient zugleich als Verleih für Klettersteig-Ausrüstung.


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